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03:25, 12.01.2006
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Wei?russland ist die letzte Diktatur Europas.

Wei?russland ist die letzte Diktatur Europas. Von einer Revolution wie in der Ukraine ist das Land noch weit entfernt. Immerhin aber hat sich die Opposition nun auf einen gemeinsamen F?hrer geeinigt.

Alexander Milinkewitsch will bei der Pr?sidentenwahl im n?chsten Jahr gegen Diktator Lukaschenko antreten und Wei?russland zu einer Demokratie weiterentwickeln. Der 58-j?hrige Physikprofessor ist parteilos und entstammt der polnischen Minderheit des Landes. Er hat in den USA studiert.

O?N: Herr Milinkewitsch, wie hat Ihre Familie auf Ihre Wahl zum Oppositionsf?hrer reagiert?

Milinkewitsch: Nat?rlich ist sich meine Familie im Klaren dar?ber, dass ich nun einer noch gr??eren Gefahr ausgesetzt bin.

O?N: Welche Gefahren drohen Ihnen als Gegner von Lukaschenko ?

Milinkewitsch: Es ist f?r niemanden ein Geheimnis, was in der wei?russischen Politik alles passieren kann, dass Menschen nicht nur verhaftet, sondern auch f?r ihre politischen ?berzeugungen ins Gef?ngnis kommen k?nnen. Viele Gegner Lukaschenkos sind verschwunden. Niemand wei?, was mit ihnen geschehen ist.

O?N: Wie wollen Sie ums Pr?sidentenamt k?mpfen?

Milinkewitsch: Die Massenmedien werden mich auf Druck Lukaschenkos boykottieren. Mein Team und ich werden ?berhaupt nicht im Fernsehen zu sehen sein.

O?N: Wie wollen Sie sich dann durchsetzen?

Milinkewitsch: Es wird das Wichtigste in meinem Wahlkampf sein, von T?r zu T?r zu gehen, um mit den Menschen zu sprechen und mich bekannt zu machen.

O?N: Rechnen Sie sich ernsthafte Chancen aus?

Milinkewitsch: Ja, im Land gibt es eine starke Proteststimmung. 50 bis 70 Prozent der Menschen wollen Ver?nderungen. Es gibt also Chancen f?r die Opposition, nur haben wir zu wenige Mittel im Wahlkampf.

O?N: Werden Sie im Wahlkampf auf Erfahrungen der Revolution in der Ukraine zur?ckzugreifen?

Milinkewitsch: Ja, das ist f?r uns sehr wichtig, denn sie verstehen die Situation besser als westliche Experten. Wir haben die gleiche kommunistische Vergangenheit. Aber andererseits muss man sagen, dass die Situation in Wei?russland viel ung?nstiger ist, als sie damals in der Ukraine war.

O?N: Warum?

Milinkewitsch: Erstens haben wir keinen einzigen oppositionellen Fernsehkanal, sie alle sind bei uns absolut der Macht unterstellt. Hinzu kommt, dass wir keine Selbstverwaltung haben und dass alle B?rgermeister bis hin zu den Kolchosleitern von Lukaschenko ernannt wurden. Die Macht ruiniert die private Wirtschaft. Der Staat wird somit zum einzigen Arbeitgeber. Die Menschen sind abh?ngig von Lukaschenko.

O?N: Rechnen Sie mit Hilfe aus dem Ausland?

Milinkewitsch: Wir brauchen Hilfe sowohl vom Westen als auch von der Ukraine, von Russland, von Polen und von Litauen.
 
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